Bucherkiste

Bücher 2012

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
Rachel Joyce, verlag krüger
Immer wieder schöne Bilder: loslaufen, alles hinter sich lassen, noch einmal von vorne anfangen und was weiß ich noch alles. So trivial wie richtig. Einfach machen.
Ich sehe sie doch vor mir, die griesgrämigen Ehepaare, die seit undenklicher Zeit zusammen leben ohne einander zu haben. Mürrisch wird das Leben weg gelebt.
Und dann kommt der Augenblick, in dem sich alles verändert. Der Weg. Im vorliegenden Roman läuft der Rentner Harold Fry an einem Briefkasten vorbei, weil er denkt, lass mal noch paar Schritte weiter gehen. Und dann geht er am nächsten Briefkasten vorbei und so weiter und er beginnt seinen Marsch. Der Brief war adressiert an eine ehemalige Mitarbeiterin, die ihm unvermittelt von Ihrer Krebserkrankung unterrichtete und dass haut ihn aus den Schuhen. Diese Frau, Queennie Hennessy  befindet sich in Berwick, am anderen Ende von England. Er setzt sich in den Kopf, Hennessy retten zu können, in dem er die Strecke, mal eben gut 1000 Kilometer, zu Fuß geht. So eine Art Projektion: wenn ich die Strecke bewältige, bleibt Hennessy am Leben. Maureen, Harolds Frau, ist eine in sich zusammen gesackte Frau, ohne Leben, ohne Ziel, bepackt mit Reinlichkeitsneurosen und einer ehelichen Sprachlosigkeit. Es gibt einen gemeinsamen Sohn, David, der quasi als letzter Halt für Maureens Existenz herhalten muss.
Also alles nicht schön. Dann der Weg. Es gibt wunderbare Begegnungen, Austausch mit fremden Leben und Geschichten, unvermutetes Näherkommen, Verständnisse, Einsichten, Naturerlebnis – eben, der Mann spürt sich zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder. Ein schmerzvoller Marsch für den untrainierten Harold. Irgendwann, ist klar, wird er zum Medienereignis, war ja auch vorhersehbar und er bekommt ein paar Jünger, die ihn teils anbeten, teils beneiden. Und ich will jetzt auch nicht zu viel verraten, bis auf die Tatsache, dass er tatsächlich ankommt.
Es ist ein schönes, hoffnungsvolles Buch. Literarisch weiß ich es nicht so recht einzuordnen. Gut ist jedenfalls, obwohl es eine Art Pilgerreise ist, dass die Religion außen vor bleibt. Am Schluss kommt keine Grotte oder irgend so ein Bettlaken von Jesus. Am Ende ist er bei Hennessy. Und findet – gut, ich sag es - endlich wieder zu sich selbst. Und nicht nur er!

 

Fliehkräfte
Stephan Thome, verlag suhrkamp
Dieses Buch hallt bei mir lange nach. Und wenn man - wegen einer eigenen aktiven Schaffensphase oder sonstigem Stress - kaum Zeit hat zu lesen, so war mir dieses Buch doch wichtig, immer mal wieder ein Stück vorwärts zu kommen. Es mag daran liegen, dass ich mich in so vielen Dingen wieder gefunden habe. Aber erst mal hat der Roman eine große literarische Qualität und ist ein treffendes Gesellschaftsdrama. Und spiegelt das Suchen und das (Nicht-) Finden des Glücks wider.
Hartmut Hainbach ist ein Philosophieprofessor und könnte als solcher einigermaßen zufrieden sein. Seine Beziehung zu Maria wird allerdings wegen der hohen emanzipatorischen Visionen seiner Frau, auf harte Proben gestellt. Zu seiner Tochter Philippa, die in Spanien lebt, hat er auch eine ungewollte Distanz, so dass er sich mehr und mehr selbst entfremdet. Er hasst es eigentlich, dass er so alleine sein muss, weil Maria in Berlin am Theater arbeitet  und er sein muffiges Professorendasein in Bonn abwickelt. Jetzt ist er kurz vor der 60 und macht sich auf den Weg. Und dieser Weg entwickelt sich zu einer Reise, die mit Rückblenden, sein Lebensdrama nach und nach entschlüsselt. Wie schon in seinem Erstling „Grenzgang“ spielt Thome mit Zeitsprüngen, die manchmal überraschen. Am Ende seiner Reise über Frankreich, mit einem Besuch bei einer ehemaligen Freundin in Paris und bei einem ehemaligen Professorenkollegen, der als „Aussteiger“ heute an der Biscaya ein Weinlokal betreibt, landet er in Portugal bei der Familie seiner Frau. Vorher hat er seine Tochter in Santiago de Compostella abgeholt und während der Fahrt wird weiter mächtig aufgearbeitet. An der portugiesischen  Küste kommt es zu einer Art Showdown, und Stephan Thome überlässt es dem geneigten Leser, wie er das zu interpretieren hat. Ein bewegender, guter Roman.

 

Kanada
Richard Ford, verlag hanser
Um es vorweg zu sagen, ich habe alle Bücher von Richard Ford. Seine ersten Kurzgeschichten „Verdammtes Glück“ tauchten in späten Achtzigern bei mir auf. Ich habe mich jedes Mal auf eine Neuerscheinung gefreut und bin mit Frank Bascombe, dem „Sportreporter“ alt geworden. „Die Lage des Landes“, sein letztes Werk, ich denke so drei Jahre sind ins Land gegangen, war für mich ein absoluter literarischer Höhepunkt. Was mich an Ford so fasziniert, ist sein lakonischer Duktus, wie Wikipedia so kurz aber um so zielsicherer beschreibt: Als lakonisch wird eine „knappe, aber treffende, trockene, schmucklose Ausdrucksweise bezeichnet“. Dazu gesellt sich bei Ford ein melancholischer Himmel im milden Licht der sich verlaufenden Zeiten. Klar, dass ich mich auf „Kanada“ gefreut habe. Aber zum ersten Mal ist es mir so ergangen, dass ich mich auf die Lektüre des Buches nie recht freuen konnte. Es war, etwas bieder gesagt, zu langatmig, ja, teilweise zäh. Die Ausgangslage ist leicht erzählt und wird in vielen Kurzbeschreibungen vorweg genommen: Dell und seine Zwillingsschwester Bermer haben mit ihren Eltern ziemliches Pech. Diese kommen einfach nicht in die Spur und schleppen ihre jeweiligen Lebensdramen vor sich her um sie dann, als Katastrophe für die auseinander gesprengte Familie, hinter sich zu lassen. Dell wird nach Kanada gespült und die Spur von Bermer verliert sich erst mal.
In den weiten Saskatchewans, Provinznester, bis zum Exzess beschrieben in ihrer Verlorenheit, findet er Aufnahme bei einem Hotelbesitzer, der Jagdausflüge auf die Wildgänse auf ihrem Zug nach Süden organisiert. Es geht um, wenn ich das richtig mitbekommen habe, um zwei bis drei Herbstmonate im Leben des damals 15 jährigen Dell. Also um 1950 rum. Er wird Zeuge einer schrecklichen Tat. Und um diese dann im dritten Teil des Buches endlich niederlegen zu können, braucht es etwa 40 Jahre. Nun ist Dell ein anerkannter Literaturlehrer, der versucht seinen Schülern beizubringen, „ …dass sie ihr Dasein auf diesem Planeten nicht nur als einen Katalog willkürlicher Ereignisse betrachten, die sich endlos abspulen, sondern als ein Leben – zugleich abstrakt und endlich.“ (Zitat Seite 435)
Dell befindet sich jetzt in der Endphase seines Lebens, durchaus mit sich im Reinen. Er trifft sogar, Kreis schließend, seine sterbende Schwester Bermer noch mal, von der er spät so eine Art geschriebenes Vermächtnis seiner Mutter erhält, die sich vor Jahrzehnten im Gefängnis das Leben nahm. Nun, es ist nicht sein bestes Buch – aber es ist Richard Ford. Ein ganz großer Erzähler.

 

Das ALPHABET HAUS
Jussi Adler Olsen, verlag dtv
Nazizeitromane sind immer ein Brocken. In jeglicher Hinsicht. Da kann man auch mal thematisch ausrutschen. Oder überziehen und sich verheben. In dem vorliegenden Roman ist vor allem eins erkennbar: der gute Wille ein weiteres Horrorthema aus der  deutschen Horrorepisode anzugehen. Nun ist ja eine Nervenheilanstalt schon a priori nicht so prickelnd. Und wenn es dann noch eine ist, die den Stempel des tausendjährigen Reiches hat, der blanke Wahnsinn. Möchte man eigentlich nicht lesen. Und hier macht Adler Olsen den Fehler viel zu lange und dazu recht hölzern zu charakterisieren. Die Story geht ganz spannend an: man wähnt sich in einem Drehbuch zu einem Kriegsfilm. Zwei über Deutschland abgeschossene Engländer überleben den Crash und sie schaffen es, sich bis in eine Nervenklinik in Baden Württemberg zu retten. Nun ist ja retten nicht gleich Überleben. Es beginnt eine fast zweijährige Elendszeit in dieser Anstalt, wo sie eine andere Identität haben annehmen können und als SS Obere behandelt werden. Nun sind in dieser furchtbaren Behausung noch weitere psychisch und körperlich traumatisierte Kriegsteilnehmer und Judenvernichter, die sich über die Simulation eines psychischen Defektes, aus den Kriegswirren und von der Front weg halten wollen. Da weiß man bald nicht wer auf welcher Seite steht und die beiden Briten, dürfen sich auch gegenseitig nicht zu erkennen geben. Irgendwann gelingt einen von beiden die Flucht, kurz vor Kriegsende zum anderen Rheinufer. Bryan, der der sich retten konnte, hat fortan einen Komplex, seinen Kameraden, James, zurückgelassen zu haben. 28 Jahre später ist Bryan ein reicher Mann und versucht sich noch mal darin, James zu finden. Und wenn es sein Grab ist. Aber er hat nicht mit den anderen Nazis aus der Anstalt gerechnet, die es sich in Freiburg gemütlich gemacht haben. Und jetzt beginnt der Kampf von vorne und schließlich finden Bryan und James doch noch zueinander, aber um welchen Preis. Also, ich war froh, dass ich das Buch endlich durch hatte. Kein Vergleich mit den literarisch ungleich besseren, und auch augenzwinkernd geschriebenen Romanen, um Inspektor Carl Mørck. Es ist meist so, dass ein Verlag nach aktuellen Erfolgen in der Gegenwart, noch Frühwerke der Autoren posthum herausgeben um sich an den Erfolg zu hängen. Hier ist zwar finanzieller Erfolg zu vermelden, denn die Marketingstrategie lief 1 A, aber als Autoren tut man Jussi damit keinen Gefallen.

 

Das Labyrinth der Wörter
Marie-Sabine Roger, verlag hoffmann und campe
Das Parkbankduo. Ach ja, ein putziger Roman. Fast würde ich sagen, eine folkloristische Gutmenschengeschichte. Aber ich will nicht gemein sein. Nur war mir beim ganzen Lesen die Haltung des Ich – Erzählers Germain nicht klar. Am Anfang denkt man ja noch, er sei so was wie John Steinbeck`s  tragische Figur Lennie aus – „Von Menschen und Mäusen“. Ein hilfsbereiter, gutmütiger Riese, leicht zurückgeblieben eben, aber liebenswert. Aber durch diese Erzählung, teilweise im infantilen Duktus, wird nicht so recht klar, ob er nur so tut, oder warum er in dieser Rolle aufgeht. Von seiner Mutter eher ein Leben lang nicht gemocht, und das beruht auf Gegenseitigkeit, so dass er im Garten seiner Altvorderen in einem Wohnwagen lebt. Aber er hat mit Annette eine verständnisvolle Geliebte und er hat seine Kneipe mit den Jungs. Ein schönes Leben also. Irgendwann sitzt auf der Parkbank, wo er täglich die Tauben zählt, denen er auch Namen gegeben hat, eine ältere, zierliche Dame, hoch in den Achtzigern mit Namen Margueritte. Diese kultivierte Person zeigt ihm vorsichtig die Welt der Literatur. Camus z.B., Die Pest. Germain ist ganz sprachlos und manche von diesen neuen Einsichten bietet er abends in der Kneipe feil. Jetzt sind die Jungs ganz sprachlos. Ach ja, wie gesagt, der Film ist auch nicht so ein Brüller. Aber der Buchtitel, das gebe ich zu, reizt den Literaturinteressierten. Und wenn man so ein Buch zu Ende gelesen hat, war es dann auch insgesamt nicht umsonst. Denn man hat ja wieder gelesen und keine Talkshow geguckt. Da ist doch Buch doch noch um Klassen besser.

 

Die sterblich Verliebten
Javier Marias, verlag s.fischer
Von heute aus gerechnet gebe ich ihm noch 2 – 4 Jahre. Dann hat er ihn. Den Literaturnobelpreis. Die sterblich Verliebten ist eine Geschichte, die sowohl als großes klassisches Drama durchgeht - sogar an Shakespeare erinnert - aber auch als beklemmende moderne Prosa beeindruckt.
Eine beiläufig heitere Beobachtung eines Paares beim Frühstücken irgendwo in Madrid. Die Ich-Erzählerin, die Verlagsangestellte Maria, führt uns behutsam in den Roman hinein - und irgendwann ebenso behutsam auch wieder raus – und nimmt uns mit in eine Welt, die ständig pendelt zwischen philosophischer Erzählkunst, trivialer Begehrlichkeiten und literarisch - universitärer Vorlesung. Wir tauchen ein in Standardwerke von Alexandre Dumas – die vier Musketiere - und des Honoré de Balzac – Oberst Chabert. Lesen und folgen staunend diesen Interpretationen und Deutungen. Wobei die Abschweifung ein poetisches Stilmittel von Javier Marias ist, der man mit Freude hinterher liest. Sicher, manchmal wird es schwer, wenn nach einer kurzen, gesprochenen Entgegnung oder nach einer längeren wörtlichen Rede, ein ums andere mal, eine seitenlange Gedankenkette – ohne Punkt -  müde macht. Man ertappt sich beim nochmaligen Lesen. Doch das lohnt sich eigentlich immer. Viele dieser Gedanken in Schriftform meint man, für sich und für wann auch immer, anstreichen zu müssen. Sich zumindest merken. Die Seitenzahl notieren. Zum Ende hin allerdings, wird der Roman einfacher und voraussehbarer. Gedanken die Maria kommen, Zweifel und Nachfragen – auf die ich schon weit früher gekommen wäre.
Aber geschenkt – Maria ist verliebt, zwar nicht unsterblich, aber immerhin so, dass sie gerne belogen werden will – solange, bis die Wahrheit, bis sich nichts mehr verheimlichen lässt. Und doch, auch das Ende bleibt offen.
Alles fällt in sich zusammen, wie der Fußabdruck den die nächste Welle verschluckt. Das Leben geht weiter.

 

Rütli Schwur
Michael Theurillat, verlag ullstein
Große Vorschusslorbeeren wieder mal, aber diesmal zu einem großen Teil zu recht.
Die Geschichte ist ebenso spannend wie aktuell, befremdlich und absurd, menschlich wie historisch, etc…. also von allem etwas; mit dem besonderen Augenmerk auf die Schweiz. Wenn ich so über die Schweiz nachdenke, werde ich schnell hilflos. Dieses, ins Alpenländische eingebettete, verschworene (vielleicht eher verschwörerische) Ländchen, hat so viel zu bieten. Allein schon der Blick aufs Matterhorn ist eine Reise wert. Die Vielsprachigkeit flößt mir Respekt ein und die dubiosen Rollen dieses so betont unabhängigen, von Wilhelm Tell nach wie vor angeführten, Landes in diversen Konflikten, macht es auch verdächtig. Vor allem die noch nicht wirklich aufgearbeitete Kollaboration in der Nazizeit inklusive Endlösungsteilnahme. Also viel Hintergrund, was die Schweiz angeht. Aber das Hauptthema ist und bleibt natürlich die Bank, bzw. die Schweizer Banken, das Bankgeheimnis, etc…. Kein Mensch ahnt, wie viel Knete  die Schweiz von eben so vielen ungefassten Verbrechern hortet und verwaltet. Jetzt nähern wir uns langsam dieser Geschichte, die ja auch seinen Ausgang im Bankunwesen hat. Ein Bankier wird ermordet, dieser kontaktiert jedoch kurz vorher seinen Schulfreund und heutigen Kommissar Eschenbach um ihn um Hilfe zu bitten.  Das Treffen findet in Kanada statt, wo Eschenbach einfach mal ausspannen will und trotzdem  lässt er sich auf dieses Gespräch ein. Jetzt sind wir im Hier und Jetzt. Italien, Griechenland, Spanien, die Welt steht in Flammen, USA pleite - wo soll das hinführen? -  und am Bankgeheimnis wird überall gerüttelt. Die Schweiz wackelt und der Bankier auch.  Zurück in der Schweiz nimmt er tatsächlich das Angebot, für diesen Bankier zu arbeiten an und wird so eine Art Controller in diesem Bankenimperium. Was jetzt beginnt ist eine Geschichte von Verschwörung, Geldflüssen, historischen Ereignissen -der Rütli Schwur eben – bis hin zu einer jahrzehntelangen Vereinigung von selbsternannten Rettern der Schweiz die im Dunklen operieren aber mit allen Möglichkeiten ausgestattet ist und ihre Macht bis in die höchsten Staatsämter ausspielt. Das ist manchmal schwierig und unglaubwürdig zu lesen, aber am Ende des Tages sagt man sich, warum sollte es nicht so sein? Die Welt ist verrückt genug, und die Schweizer sowieso.  Ein Roman, der spannend genug ist und der uns die Schweiz und ihre Rolle im großen Spiel des Lebens, näher bringt.

 

Der weisse Brasilianer
Ansgar Brinkmann, verlag delius klasing sport
Kommt einer und stellt sich neben Dich an den Tresen; man kommt locker über Fußball ins Gespräch, tja und dann fängt der an zu erzählen, wie ihm sein Mund gewachsen ist, und hört gar nicht auf. Ja, es ist auch so, dass man ihm gerne zuhört.
Oder eben anders gesagt, ich habe dass Buch, immer mit einem leichten, verständnisvollen Schmunzeln, gelesen. Das mag daran liegen, dass ich selbst mein Leben lang mit dem Ball zu tun habe und jetzt sogar noch Co – Trainer einer Westfalenliga Mannschaft bin. Ist also richtig was hinter. Dazu kommt noch, dass ich Ansgar Brinkmann auch mal persönlich kennen kernen durfte; in meiner Position als Halbpromi, der auch noch einigermaßen pöhlen kann, kommt man viel rum.
Ich hab so Ansgars besten Freund Thomas Möller – und der wird oft angesprochen im Buch - kennen gelernt, und der sorgte eben für dieses Zusammentreffen von Promikickern auf einem Wohltätigkeitsturnier in der Nähe von Oldenburg. Hier ist Ansgar auch im weitesten Sinne zu Hause. Stätte seiner Lebensdramen sind Cloppenburg, Gütersloh, Münster, Ahlen, und wieder zurück. Dies hört sich nicht grad nach großer Fußballwelt an, aber seine Zeit in Frankfurt und Bielefeld, damals erste Liga, ist ja schon auch ein Pfund.
Ansgar Brinkmann, hochgradig talentiert und man könnte sagen, einer, der sich immer selbst im Weg stand. Ich selbst kenne auf anderen Leistungsebenen genug Kicker, die ihr Talent verschleudert haben, sprich – wesentlich höher hätten spielen können. Im Buch wird das von alten Fahrensleuten wie Rainer Calmund oder andere seiner Trainer und Mitspieler ständig anekdotiert. Aber viele andere sind auch menschlich gescheitert. Nach dem körperlichen Ruin kommt dann noch der finanzielle. Nicht so bei Ansgar Brinkmann. Man ist froh zu lesen, dass  bei ihm im Kopf noch alles stimmt, und dass er sein Auskommen hat – seine Erfahrung weitergibt und sein letztes Geld für karitative Zwecke einsetzen würde.
Nur seine musikalischen Vorlieben teile ich nicht (Naidoo, Nena, bis hin zu Udo Jürgens) – ich verzeihe ihm!

 

Das Handwerk des Teufels
Donald Ray Pollock, verlag liebeskind
Ist es ein Wunder, dass ausgerechnet aus den Staaten immer mal wieder Romane kommen, die direkt aus der Hölle stammen könnten? Wahrscheinlich ist es so, dass die Hölle da ziemlich nah dran ist. Vor mir liegt ein Roman, vor dem man sich echt grauen könnte, wenn nicht im Hinterkopf der ständige Gedanke mit tänzeln würde, dass es genauso war und schlimmer noch – ist!!! Grade wurden wieder 79 Kinder, die aus Prostitutionsgründen irgendwo in den USA gefangen gehalten wurden befreit. Hier, in diesen niedersten Instinkten und Lebensdramen, spielt Donald Ray Pollocks unglaubliches Stück: Das Handwerk des Teufels. Diese Beiläufigkeit, mit der hier Leben aus unterschiedlichsten Gründen beendet wird, ist bestürzend.
Es gibt ein paar Fäden die Anfangs kaum, sich aber hinterher zu einem Gesamtwerk binden. Das Gesamtwerk eint allerdings, dass alle Protagonisten am Ende tot sind.
Außer einer. Ob aus religiös-fanatischer Sicht oder aus einer Mischung aus Geldgier und verstörendem Kunstanspruch gemordet wird, ist egal. Unbedingt lesenswert, wenn ich auch meine, nach meinem letzten Besuch in den Staaten, der mich im letzten Jahr, durchs Hinterland der Saaten New York uns Massachusetts führte, alles heute genauso möglich ist. Der Roman spielt Ende des 40ger und dann fünfziger Jahre. Heute sieht es in den amerikanischen Kleinstädten ähnlich gespenstisch aus wie damals. Verfallen, verrottet und leer und dunkel. Da kann NYC und Bosten noch so glänzen, Amerika ist ein psychopathologischer  Pflegefall.

 

Bullen und Schweine
Josel Kelnberger, verlag kindler
Josef Kelnberger, Jahrgang 61, ist Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und versteht also a priori was vom Schreiben. Es liegt nun sein Debütkrimi vor und obwohl ich einige Mühe hatte dem ganzen Geschehen zu folgen, habe ich „Bullen und Schweine“ zu Ende gelesen und mit einem eher wohlwollenden „na ja“ ins Regal geschoben. Wohlwollend deshalb, weil es dem Autor gelungen ist eine weitere Facette eines wunderlichen Kommissars, Konrad Wolf in diesem Fall, hinzuzufügen, so im Stile von Adamsberg (Fred Vargas) oder Brunetti und Colombo oder wie sie alle heißen. Es sind diese Aufflüge in die Gedankenwelt eines Ermittlers, die das Buch retten. Ja, sogar philosophische Elemente, gut fundiert und vermittelt, etwa als der Kommissar seine Gedanken über seine Position in der Welt äußert: er sieht sich quasi neben einem Transportband in einem Flughafen, wo die Menschen in einer normalen Zeitabfolge von A nach B  wandeln. Sein persönliches Transportband ist ein anderes: es zuckt und ruckt, wie fremd gesteuert und katapultiert ihn nach vorne und/oder in die Zeit zurück. Nuancen der Wahrnehmung sind so möglich, wie z.B. Dinge viel früher als andere zu erfassen und anderes viel später zu begreifen. Hier lässt Sten Nadolny mit seiner Entdeckung der Langsamkeit grüßen. Die Story, na ja, man hat das zweifelhafte Gefühl, dass diese Art folkloristischer Krimis - in diesem Fall das beschauliche Niederbayern - von den örtlichen Fremdenverkehrsämtern vorfinanziert werden. Donau und Isar küssen sich in Auwäldern, etc.! Es geht um Eitelkeiten, Eifersucht und Wahnvorstellungen, wobei der örtliche Polizeichef sich ganz besonders hervortut und in seinem Sinne die Ermittlungen leitet. Kommissar Konrad Wolf begreift die Dinge sowohl zu spät als auch zu früh, was ihm fast zum Verhängnis wird. Konrad Wolf wünscht sich des Öfteren nicht in dieses Wespennest, die Einöde Matterskofen, mitten im Gäuboden, Kornkammer Bayerns, zwei Kilometer entfernt vom nächsten Ort, Weiblsdorf, zu stechen. Aber er zieht es bis zum Ende durch, es gibt viele Tote, Verschwörungstheorien, gefälschte Dossiers und Sackgassen. Konrad Wolf überlebt es und wir sind gespannt auf seinen nächsten Fall! Ich hoffe, ein wenig strukturierter geschrieben – in der Schule würde man sagen, mehr bei der Sache bleiben.

 

Die Welt ist im Kopf
Christoph Poschenrieder, Büchergilde Gutenberg und Diogenes
Ein interessantes Buch. Was weiß man schon wirklich  von Arthur Schopenhauer? Man kümmert sich ein wenig, googelt dies und das, wikipidiert und heraus kommt etwa, dass Schopenhauer meint, dass wir die Welt nicht so sehen, wie sie “an sich” ist, sondern nur so, wie sie uns erscheint, das heißt, wie wir sie uns vorstellen. Kurz: die Welt ist unsere “Vorstellung” und ist eben das, was wir in unserem eigenen Inneren finden, nämlich so eine Art metaphysischer Wille. Nun, Schopenhauer ist jetzt 152 Jahre tot und trotzdem scheint es, dass dieser philosophischen Grantler und Querdenker in der Philosophie einen wichtigen Platz einnimmt.. Das Denken Arthur Schopenhauers, durchzieht -zumindest in seinen Werken - ein tiefer Pessimismus, der sich auch in seinen Äußerungen "Über den Tod" spiegelt: man kommt bei vollem  Bewusstsein in jeder Stunde seinem Tode näher, und dies macht selbst dem das Leben bisweilen schwer, der dies auch voll und ganz erkannt, bzw. akzeptiert hat. Im vorliegenden Büchlein geht es allerdings primär um einen ganz anderen Schopenhauer: „überraschend sinnlich und lebendig“ (Klappentext).
Das Buch ist von lustvoller Ironie geprägt, der einen gar nicht so lebensunlustigen Philosophen beschreibt. Nein, ein Mann, zwar von seinen schweren Gedanken geprägt, doch durchaus am süßen Leben teilhabend. Eine monatelange Reise wird beschrieben, über Dresden, über schwer zu überwindende Alpenpässe nach Venedig. Unterwegs passieren dem jungen Philosophen die kuriosesten Dinge, das ist witzig geschrieben. Arthur Schopenhauer hat ein Empfehlungsschreiben seines großen Zeitgenossen Goethe in der Tasche, aber er wird es nicht nutzen. Es brennt ihm allerdings immer in den Fingern. Wir treffen auf den ziemlich verrückten englischen Lyriker Lord Byron, der auch in Venedig in so einer Art kulturellem Exil lebt. Aber Byron und Schopenhauer kommen sich persönlich nicht nahe. Doch köstlich sind die Beschreibungen von Fluchten durch die Kanäle Venedigs, seine Ausbildung zum Gondoliere und seine Liebe zu Teresa, eine venezianische Schönheit, die ihm den Aufenthalt in der Lagune versüßt.  Von Zu hause kommen Briefe von seiner Schwester Adele, die ihn verehrt und auf dem Laufenden hält. Zusätzlich wartet er auf die Veröffentlichung seines Hauptwerkes und sein misstrauischer Verleger will nicht so Recht an den Start mit dem Buch. Das wurmt den Philosophen mächtig. Also alles irgendwie normal und man kann die Szenerie wohlwollend auf heute extrapolieren. Künstler und Philosophen müssen sowieso irgendwie verrückt sein um zu bestehen. Gleichmütig und sogar ein wenig stolz bekommt er in einem weiteren  Brief von Adele mit, dass er zwischenzeitlich fast Vater geworden sei,  seine zurückgelassene Geliebte in Dresden verlor allerdings das Kind. Dann steht auch noch sein Erbe zu hause in Zweifel weil ein zwielichtiges Bankhaus krumme Geschäfte gemacht hat. Wie gesagt, die Dinge wiederholen sich, bleiben aber gleich.
Und wie zur Bestätigung fällt mir der Text von André Heller (Künstler und Philosoph) ein: „Die wahren Abenteuer sind im Kopf– und sind sie nicht im Kopf, dann sind sie nirgendwo!“ Heller und Schopenhauer hätten sich gut verstanden.

 

Der Sohn
Jessica Durlacher, verlag diogenes
Quälender Terror über vier Generationen gegen eine jüdische Familie in den Niederlanden. Jessica Durlacher vermittelt über Ihre Hauptperson, der "Ich Erzählerin" Sara Silverstein, eine Eindringlichkeit, die über lange Strecken beklommen macht. In den schrecklichen Nazi Zeiten und der Judenprogrome, die es auch in Holland gab, entwickelt sich eine Kausalität einer furchtbaren Geschichte, die sich durch diese von Sara geliebte Familie zieht. Und zwar über vier Generationen. Über Saras Vater Herman, dessen Eltern vor seinen Augen nach Westerbork (Übergangslager in Holland) deportiert werden (von dort nach Bergen Belsen oder Ausschwitz) bis hin zur Tochter von Sara, Tess, die pubertär, ebenso unglaubliche Grausamkeiten erleben muss. Der Roman versucht eine Linie zu ziehen, es gelingt ihm auch, über den Naziterror hin zum Antisemitismus der heutigen Zeit, den es natürlich auch noch in den Niederlanden gibt. Und da ist noch die besondere Geschichte von Mitch, Saras Sohn der ein Geheimnis in sich trägt, quasi eine Aufgabe, die nur er letztendlich erfüllen kann. Eine Aufgabe am Ende alles aufzuklären. Mitch fährt als 13jähriger mit seinem Opa Herman nach Baden Baden, wo Herman als - Alibi Wiedergutmachung - von den dortigen Honoratioren eingeladen wird, um Vorträge zu halten. Viel Verlogenheit steckt dahinter. Doch am schlimmsten ist der Weg den Sara selbst gehen muss über diese lange Strecke des Romans. Selbst vergewaltigt und erniedrigt muss sie noch mit ansehen, wie ihr Mann Jacob überfallen und grade noch seine Schussverletzungen überlebt. Wer hinter diesen aktuellen Anschlägen steckt, bleibt lange verborgen doch findet sich auch hier eine Geschichte von unglaublicher Dumpf - und Dummheit die wütend macht. Sehr eindringlich und wichtig!

 

Die Mechanik des Himmels
Tom Bullough, verlag c.h. beck
Vor Jahren bin ich über ein Buch an ein Genre gelangt, welches ich fortan liebte. - Die Entdeckung des Himmels - von Harry Mulisch, war der Ausgangspunkt für meine Vorliebe für Romane, in denen sich Naturwissenschaft, Philosophie und Literatur treffen. Grandioses Werk. Nun las ich den Titel des Romans  von Tom Bullough und griff gleich zu; nicht in der Erwartung, Mulisch wieder zu finden, sondern eben gut unterhalten zu werden. Kurz, all dies ist in – Die Mechanik des Himmels - nicht zu finden. Ein ermüdendes Buch mit endlosen Beschreibungen über Schlamm – und Eisverkrustete, bitterarme Dörfer und Städtchen im bibbernden Russland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Was anfangs noch als lyrischer Duktus verstanden werden kann, wird durch den häufigen Gebrauch von Verben, wie z.B. struppige Dächer, zweckdienliche Birke, wolkenzerkratzte Himmel, etc… irgendwann farblos und man fängt an zu blättern. Es geht um die Geschichte von Konstantin Ziolowski (1857 - 1935), der auch wirklich gelebt hat, und zum zumindest theoretischen Vater der russischen Raumfahrt wird. In jungen Jahren an Scharlach erkrankt, und dadurch fast taub, behauptet er sich dennoch in dieser schwer zu lebenden Welt, und interessiert sich für die Naturwissenschaft und wird sogar Lehrer; und zeigt seinen Schülern die Phänomenologie der Himmelsmechanik. Das macht er durchaus beispielhaft in dem er seine Schüler Größenvergleiche anstellen lässt, um die Mächtigkeit der Sonne gegenüber den Planeten zu verstehen. Nun ja, das kennt man.
Was ich mit ermüdend meine, sind die russischen Namen, die Entfernungsangaben – ein Werst scheint so was wie ein Kilometer zu sein – und die Sprünge, die der Roman macht. Die physikalischen Erkenntnisse, Newton und die Gravitation, etc., kommen zwar gegen Ende noch vor, aber es bewegt nicht. Auch nicht, das Konstantin ein Mädchen kennenlernt und Vater wird. Ich habe das Buch vielleicht nicht verstanden, aber einen poetisch, atmosphärisch dicht geschriebenen Roman über große Träume und Ideen – so steht es auf der Rückseite des Umschlags - habe ich nicht gefunden. Tut mir leid.

 

Ein tiefer Fall
Bernhard Kegel, verlag mare
Der Verlagsname ist Programm. Mare. Es geht um das Meer. Genauer um das berühmte deutsche Zentrum für Meeresbiologie in Kiel, welches auch schon in Schätzings „Der Schwarm“ eine große Rolle spielte. Hier tummeln sich Meeres- und Evolutionsforschung und biederes Wissenschaftshandwerk. Personifiziert durch die zwei Hauptpersonen des Romans, Hermann Pauli - seines Zeichens der Kalamarist, der vor Jahren „den Roten“ an Neu Seelands entdeckt hat, ein Krake von bis dahin unvorstellbarere Größe – und eben Frank Moebus, schillerndes Pendant zu Pauli im internationalen Wissenschaftszirkus, ein Star seiner Zunft, der mit einer Entdeckung prahlt, die ihn weltberühmt machte. Nämlich so eine Art außerirdische DNA – hier RNA  genannt -, die es auf unserem Planeten eigentlich nicht geben sollte, die aber an den so genannten „Schwarzen Rauchern“, kilometertief im Atlantischen Rücken gefunden wurden, und nun fortan das Leben dieses Wissenschaftstalents Moebus bestimmt. Was in diesem Roman gut herauskommt, ist, dass es genau wie unter Politikern, Bankern und was weiß ich noch für Versagern, es im Wissenschaftsbetrieb genauso um Gier nach Anerkennung geht, weniger im materiellen Sinne allerdings. Vielleicht ist es die Sucht nach dem Nobelpreis, nach bewundernden Artikeln in den Zeitschriften Nature oder Science,  die Moebus im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen lässt. Die Krimistory kommt eher bieder daher. Es gibt eine an Meeresbiologie interessierte Kommissarin die sich nicht nur wegen des Falles, auf Hermann Pauli einlässt. Dieser sympathische Opa des Instituts, bringt mehr oder weniger zufällig den Fall nach vorn und letztendlich Moebus zu Fall, da verrate ich nicht zu viel.  Was den Roman interessant macht sind die sidefills. Es gibt immer wieder Beispiele durchgeknallter Wissenschaftler auf der Welt, die durch vermeintliches sensationelles Klonen von Tieren oder eben durch die Erfindung der Quadratur des Kreises sich unsterblich wähnen und am Ende des Tages sich nur lächerlich machen. Fazit: Wissenschaftler sind auch nur Menschen. Guter Durchschnitt!

 

Stappers Revolte
Robert Griess, verlag tag&nacht
Jetzt bist du dran…dieses auch im Ruhrpott übliche Ende eines Monologs von selbsternannten Analysten, einer wie auch immer grade ablaufenden Aktualität, als Spiegel einer subjektiv empfundenen Gesellschaft, ist so eine Art Klammer  - ein Punkt nach Hasstiraden; ein Ausrufungszeichen nach umwerfend komischen Beschreibungen der nahen Umwelt, kurz - eine Aufforderung. Ja, jetzt sind wir dran, oder eher, jetzt bin ich dran. Denn Stapper, ab sofort bin ich dein Jünger. Ich würde zwar nicht in dein Auto steigen (ein Hummer, wenn ihr wisst, was ich meine, gefühlte 42 Liter Super auf 100) aber still und heimlich würde ich dich unterstützen, wo ich nur kann. Was bin ich die Mittelschicht leid (und gehöre selbst dazu), eine dem Untergang geweihte Spezies, die aber einfach nicht an sich zweifelt: was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Aber Stapper kriegt sie alle! Ich habe noch nie eine so sensationelle Analyse der gesellschaftlichen Mittelschicht gelesen (also auch über mich, und ich bin sicher, Griess gehört auch dazu, sonst wüsste er nicht so viel darüber) die an allen Ecken und Enden den Arsch (noch nicht) voll kriegt, aber so tut, als würde das Leben in diesem Land immer so weiter gehen. Stapper entlarvt sie alle, und damit dieses System. Stapper ist das Sprachrohr der Hartz 4 Entrechteten (Spiel 1, gegen 2, verlor` n 3, Hartz 4) und er kann als Robin Hood in den Städten (und natürlich weil er fiktiv ist) machen was er will.
Er haut um sich, blökt die Mittelschichtstussies an, die schreiend auseinander driften und nach ihrem BWL Gatten schreien, der aber just zu der Zeit seine Sekretärin bumst und somit grad nicht zur Verfügung steht. Stapper weiß, wie es läuft. Und er fällt selbst immer wieder drauf rein. Er ist zwar einer wie Du und ich, aber spricht aus, was ich viel zu selten sage. Stapper scheißt auf Umgangsformen wenn es um den Schutz seiner Familie geht, er zieht Sachbearbeiter über die Tische und droht Lehrern Prügel an, wenn es um Kevin - Fernando geht, seinem Sohn, falls da in der Klasse so was wie mobbing vorgehen sollte, wegen des Namens. Er stellt sich vor dem Bioladen und weiß, dass der Unterschied zwischen Bio Laden und Bin Laden nur ein Buchstabe ist. Also, Stapper ist für mich ein aktueller Jürgen Habermas, ein Ulrich Beck oder Klaus Hurrelmann, nur nicht theoretisch! Stapper, mein Vorbild, bitte, lass Dich korrumpieren. TV – Revolte als tägliche soap ist auch dein Ende! Jetzt bist du dran!

 

Die Kunst, kein Egoist zu sein
Richard David Precht, grundmann verlag
Ich habe schon an anderer Stelle geschrieben, warum mir sein „Wer sind wir, und wenn ja wie viele“ so gut gefallen hat. Es ist diese Leichtigkeit wie Precht schreibt, eine Transparenz der Inhalte, die auch Menschen, die einfach nur am Lauf der Dinge interessiert sind, vielleicht auch ohne Abitur - die aber in der Lage sind, zu reflektieren, äußerst zufrieden macht. Warum ist der Mensch so wie er ist? Das ist die spannende Frage in der Kunst, kein Egoist zu sein. Vielleicht sind einige Kapitel anstrengender als andere, oder wecken das Gefühl, woanders noch mal nachlesen zu müssen, wichtig ist aber, dass Precht ein Aufbau gelingt, der in einer Aufforderung zur Aktion mündet. Insofern ist das Buch ein hoch politisches. Wahrheiten wie Z.B., Politiker, sind sie einmal gewählt, interessieren sich nur noch für ihre Wiederwahl oder warum Banker so sind, wie sie sind, mögen populistisch daher kommen – sie sind aber sogar - objektiv wahrnehmbar – wahr. Im Buch geht es um Moral und Haltung, was das ist, wo das herkommt und wo es hinführt. Und zum Ende hin  entlässt uns Precht nicht ohne uns eine Aufgabe zu geben. Nämlich die, endlich mal wieder die Dinge selbst in die Hand zu nehmen, vor der eigenen Tür zu kehren und dabei den Nachbarn ansprechen. Und dieser wieder den nächsten und so werden Netzwerke mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen entwickelt. Einfach machen ist die Devise, sich nicht auf irgendwen verlassen, vor allem nicht auf die Politik. Und er hat Beispiele wo dieser „Gemeinsinn“ geklappt hat. Das geht nur, wenn wir quasi den Fernseher abschalten, den Talkshows, Soaps und der Verblödungsindustrie aus Werbung, Medien und Politik, standhaft aus dem Weg gehen. Das ist die Kunst, kein Egoist zu sein. Soziale Kompetenz nicht als Worthülse vor sich her tragen sondern leben. Ein ganz wichtiges Buch, unbedingt lesen!

 

Vom Ende einer Geschichte
Julian Barnes, verlag kiepenheuer&witsch
Man sollte sich nichts vormachen. Jeder von uns hatte bestimmt mal einen schlechten Tag in seinem Leben, wo er bei irgendwem furchtbar angeeckt ist, ohne dass es einem selbst aufgefallen ist. Vielleicht eine kurze, dumme Bemerkung über ein schlecht sitzendes Kleid, oder einen Flecken auf der Hose. Was weiß ich. Es kann sein, dass Dir so ein Lapsus" ewig nach hängt und Du fortan ein arroganter Fatzke bist. Ohne dass Dir das großartig auffällt. Wenn das mal im jugendlichen Leichtsinn - eventuell in einem alkoholschwangeren Moment passiert, kann es einerseits sein, dass es auf Deinem persönlichen Müllhaufen der Geschichte landet. Es kann aber auch andrerseits sein, dass Du nach dreißig-vierzig Jahren diese Person, die Du damals so despektierlich angegangen bist, triffst, und diese, ob einer diffusen Wiedersehensfreude, zu einem Drink bittest. Du wunderst Dich über die Zurückhaltung und fragst nach. Dann kommt plötzlich die Wahrheit ans Licht, was für eine arrogante Sau du warst. Die Person weiß noch genau Datum und Ort der Kränkung und hält Dir das unter die Nase. Du selbst hast Dich immer völlig anders gesehen, solidarisch, humanistisch mit hoher sozialer Kompetenz. Kurz, in dieser Situation bricht dieses Bild in sich zusammen. Du erfährst, was für ein Arschloch du warst, und musst Deine eigene Geschichte nahezu neu schreiben. Nach so langer Zeit gibt es nichts zu entschuldigen. Du bist in deiner Eitelkeit sogar gekränkt.
Darum geht es in diesem Buch - um die Subjektivität des Blicks auf sich selbst.
Und es ist eben Julian Barnes, der diesen kurzen Roman geschrieben hat. Und der kann das. Ein wichtiges Buch, auch aus psychologischer Sicht, um mal selbstreflektorisch an sich zu arbeiten.

 

Der Schneemann
Jo Nesbø, verlag ullstein
Auf dem Umschlag steht oft "der vielleicht beste Krimi des Jahres..." und weil das so oft auf Buchrücken steht, gefühlt jedes dritte Mal, kann ja irgendwas nicht stimmen. Und es stimmt auch diesmal nicht. Ich begleite Harry Hole schon von Anfang an und bin mittlerweile soweit, dass Der Schneemann mein letzter Roman von Nesbø ist, kurz er hat mich etwas gelangweilt. Es ist ein an Seitenstärke umfangreicher Krimi und ungefähr zur Mitte, als der - was weiß ich wievielte - Schneemann, es dann doch nicht wahr, befürchtete ich, da kommen jetzt noch bestimmt 2 -3 Kandidaten dazu. Gut, gegen Ende ist die Psychopathologie des Täters gut aufgebaut und reiht sich dann in ein Muster ein, das man eventuell ahnen konnte. Aber dieses ewige „falsche Fährten legen“ zur Methode zu machen, ist eben nicht mehr so neu, und fällt dann auf, wenn es insgesamt über lange Strecken langatmig wird. Vielleicht bin ich mit Holes Biographie schon zu vertraut, seinen bedenklichen Alkoholismus, seine einsame Wolf Mentalität als Ermittler; und was ja jeden Krimi von Nesbø prägt, ist ja, dass Hole entweder grad wegen seiner Eskapaden kurz vor dem Rausschmiss steht oder es schon ist. Ein richtiger Nesbø fan wird sagen, nicht sein bestes Buch - aber es ist ok. Der Schneemann ist ein Psychopath und hier geht es um den Bereich - der wahrscheinlich in Deutschland nicht anders ist - der Kuckuckskinder. Nach vorsichtigen Schätzungen sind ca. 20% der Kinder nicht vom vermeintlichen Vater. Das führt schon mal zu Grausamkeiten, wenn das Weltbild nicht stimmt. Ich würde es nicht einfach so empfehlen, eben nicht als Einstieg in die Harry Hole Falle! Ich weiß, das bringt mir wieder dicke Minuspunkte von den Fans – aber schreiben wir für das sammeln von Empfehlungen oder für eine subjektive Meinung, weil wir eben gerne lesen? Eben!

 

Gerron
Charles Lewinsky, verlag nagel&kimche
Grausam gut, entsetzlich schön! Selten hat mich ein (Tatsachen-)Roman so fasziniert. Nach einigem Seiten des Lesens, ertappte ich mich dabei, gleich eine Suchmaschine anzuwerfen und mir einen Überblick zu verschaffen wie die Dinge liegen und lagen. Und die Geschichte von Kurt Gerron stimmt. Was immer der Autor dazu geschrieben -, dazu erdacht oder fabuliert hat, ist völlig egal und tut dem Buch nur gut.
Es geht um den Gewissenskonflikt eines Theater- und Kabarettmenschen, eine Persönlichkeit der Kultur  in den berühmten Zwanzigern, der, ob seiner jüdischen Abstammung, im KZ Theresienstadt landet. Mit seiner geliebten Olga. Gerron, ein verwundeter Held aus dem ersten Weltkrieg, wo er sich für Deutschland die Eier hat abschießen lassen, hat den Absprung – sprich, Flucht nach Amerika - verpasst. Einer, der nie dachte, dass es mit ihm passiert. Er ist ja schließlich berühmter Deutscher. (Man kann Juden aus Deutschland jagen, aber nicht das Deutsche aus den Juden) Ein Star – keiner sang so gut und vor so vollen Sälen den Mäckie Messer Song. Aber nun ist es so wie es ist. Als Ich – Erzähler beschreibt er sein Empfinden. Und das ist so unglaublich gut, dass einem Schauer über den Rücken laufen. Charles  Lewinsky gelingt es, Gerron zu –sein! Wir nehmen Anteil an Gerrons Leben vom Kleinkind, Schule, Elternhaus, erster Weltkrieg, erste Bühnenerfahrungen und Aufstieg. Wir treffen unterwegs Brecht …(der mit seinen ewigen Frauengeschichten), Emil Jannings, Marlene Dietrich, Claire Waldorf, auch Albers, Rühmann, Max Reinhardt und wie die Größen der Zeit alle heißen und hießen. In Theresienstadt bekommt Gerron nun vom KZ Kommandanten Rahm den Auftrag einen Film zu drehen, und das ist das Wahnsinnige dabei, einen Film darüber, der Welt zu zeigen, wie gut es den Juden in so einem Lager geht. Ein Paradies - quasi als Beweis für das internationale Rote Kreuz, um zu zeigen dass alles gut ist.. Sagt er nein, ist er tags drauf in Auschwitz. Sagt er ja, stellt er sich in den Dienst der Nazis und wird ein Teil dieser Vernichtungsmaschinerie. Er dreht den Film. Es ist alles verbürgt, es gibt diesen Film. Und es gibt auch das Ende von Gerron, trotz allem – es/er endet in Auschwitz. Hochgradig bewegend. Das Buch des Jahres(für mich)  – jetzt schon, lege ich mich fest.

 

Erlösung
Jussi Adler Olsen, verlag dtv
Aufatmen bei mir. Hat der erste Roman von Adler Olsen  „Erbarmen“ mich noch echt begeistert, enttäuschte mich allerdings der weitaus schwächere zweite Roman „Schändung“; ein Krimi an der Grenze zur psychopathologischen Phantasie.  Trotz des nicht gelungenen zweiten Teils, war ich doch echt gespannt auf „Erlösung“. Und dieser Fall ist auch eher mit „Erbarmen“ zu vergleichen. Man weiß die ganze Zeit was los ist, hat also immer einen Informationsvorsprung vor dem Ermittlungsteam und fiebert mit den Opfern, damit sie noch gerettet werden. Aber es geht vor allem um das komödiantische Miteinander des Teams, des Sonderdezernats Q, das Dezernat für ungelöste Fälle; um den Sonderling von Kommissar Carl Mørck mit seinem Assistenten, den undurchsichtigen aber hochgradig sympathischen Syrer Assad, mit noch offener politischer Vergangenheit, sowie Rose - alias Yrsa-, die auch ihr Verwechslungsspielchen mit in die zwar chaotische doch ungeheuer scharfsinnige Truppe einbringt. Zusammen gehen sie einen Fall an, der im tiefen Dunkel fundamentalistischen Sektierertums spielt, in diesem Fall bei den Zeugen Jehovas.
Man kriegt haarklein mit, wie krank so ein Sekten - System ist, aber letztendlich geht es auch um Menschen. Die wunderbare Erzählerin und Krimiautorin Fred Vargas geht ähnlich vor. Aus kryptischen, winzigen Kleinigkeiten, bei „Erlösung“ geht es um eine, so gut wie nicht mehr lesbare, Jahre alte Flaschenpost, wird eine fiebrige Suche angefangen. Spannend hält sich die Geschichte bis zum Ende. Wobei die wunderbaren – skurrilen Gedankengänge und Dialoge von Carl Mørck und seinem Assistenten Assad, das Boot über Wasser halten. Ein guter Zeitvertreib, Genuss ohne Reue und mindestens ebenso gut wie der Erstling  „Erbarmen“!

 

Gefährlich Geliebte
Haruki Murakami, verlag btb
Ein Männerroman aus Japan, den sicher auch viel Frauen gelesen haben, denn er ist literarisch von außerordentlicher Qualität.
Es ist die Geschichte einer Obsession, geboren in den Kinder - und präpubertären Jahren von Hajime und seiner Jugendliebe Shimamoto.
Das kann sicher jeder gut nachvollziehen. Es gibt, wenn ich etwas wühle in meinen Gedanken, Geschichten und Dramen aus all den erlebten Jahrzehnten, immer wieder das eine oder andere Gesicht aus der Vergangenheit, bei dem, wenn es dann tatsächlich auftaucht, ein Schwall Emotion einen nahezu unerklärlich überwältigt. Es kann ein Gesicht sein aus frühen Jahren oder die Erinnerung an eine frühe erotische Situation. Bei Hajime und Shimamoto ist diese Impfung aber Lebens prägend und wirkt bis zu einem eventuellen, bitteren Ende. Gut, dass dieses Ende offen bleibt. Legt nun Gevatter Tod Hand an oder gibt es irgendeine andere Erlösung? Bis so weit kommt, durchleben wir mit Hajime sein hartes Erwachsenwerden, seine beruflichen Erfolge und auch die Gründung einer Familie mit einer guten, ja auch geliebten Frau. Nur, es ist nicht Shimomato. Deshalb bleibt die Rastlosigkeit ständiger Begleiter. Ausgelöst aus der nie vollzogenen Körperlichkeit und Nähe zu Shimamoto. Es muss einfach irgendwann passieren, es ist obsessiv und hocherotisch wie alles daher kommt, und es ist nachvollziehbar. Jeder Mann, der in der Lage ist, sein Leben zu reflektieren, begreift das Unbehagen des Lebens, wenn es eine offene Frage, ein offene, nie zu schließende Akte gibt. Große Literatur.

 

Mariaschwarz
Heinrich Steinfest, verlag Piper
Das ist ja mal ein Ding. Ich habe ein Buch gelesen, von dem ich die ganze Zeit weiß, bzw. wusste, dass ich es schon mal gelesen habe. Gut kann 5-10 Jahre her sein, aber ist ja egal. Heinrich Steinfest ist mir jedenfalls schon einmal aufgefallen, durch so einen Comic Krimi: „Die feine Nase der Lili Steinbeck“.  Deshalb habe ich jetzt noch mal zugegriffen, weil grad nicht anderes greifbar war, und war nicht enttäuscht. Steinfest kann virtuos Geschichten erzählen und entwickeln, und  vor allem, es gelingt ihm immer wieder, der Story eine überraschende Wende zu geben. Natürlich gibt es den „Kommissar Außenseiter“, wie in fast jedem guten Krimi, wo der Ermittler die Last seines Jobs, der Familie, explizit einer gescheiterten Beziehung, oder was immer, mit sich rumschleppt. Aber diese einsamen Wölfe verstehen es auf ihre Art, zu suchen und zu finden. Im vorliegenden Fall geht es um einen rätselhaften schwarzen See in einer alpenländischen Unidylle, einen suchenden (vermeintlichen-) Vater und Meister im Ritualsaufen, einen unglaublichen- im wahrsten Sinne des Wortes - Unfall in Mailand und einen gesellschaftlichen Tabubruch im sexuellen Bereich.. All diese Dinge muss man erst mal in einem Roman zusammenfassen können. Aber herausgekommen ist ein lesbarer Kriminalroman, dem die Kurzweiligkeit nie abgeht.

 

Fast genial
Benedict Wells, Diogenes
Da schreibt ein deutsches Talent (Jahrgang 1984) einen schönen Roman über einen Trip quer durch Amerika. Angetrieben von der Suche nach seinem Vater, will Francis Dean endlich sein Leben in den Griff kriegen. Denn bisher ist es die übliche armselige Hölle in einem Trailerpark. Das Zusammenleben mit der manisch - depressiven Mutter wird immer schwerer und ihre Selbstmordversuche machen Francis dermaßen zu schaffen, dass auch er in der Perspektivlosigkeit des Lebens zu verschwinden droht. Doch irgendwie ist da etwas Suchendes in ihm und über einen Abschiedsbrief seiner Mutter und ein paar Zufälle, stößt er auf eine unglaubliche Geschichte; nämlich die seiner Zeugung. Fortan wird es bei ihm zur „Manie“ seinen Vater zu finden, in dem er einen reichen - und hochintelligenten Harvardprofessor, oder zumindest diese Liga, vermutet. Nachdem er im Krankenhaus, in dem seine Mutter behandelt wird, ein Mädel kennenlernt, die auch eine zweifelhafte psychische Last mit sich trägt, und sich in sie verliebt, fasst er gemeinsam mit seinem hochintelligenten Schulfreund namens Grover den Entschluss, nach Westen zu fahren. Hier in California liegt diese ominöse Monroe Klinik, die beteiligt war an der Entwicklung von Superkindern, in dem Männer mit einem IQ jenseits der 170, ihren Sperma inkognito in sorgfältig ausgesuchte Frauen verpflanzen ließen. Ziel dieses zweifelhaften Eugenik Projektes war es, rassentheoretisch, ebenso hochintelligente Menschen zu „züchten“. Aber wie so oft zeigt das wahre Leben eine lange Nase. Bis es aber zum Showdown kommt, sind Abenteuer zu bestehen – schöne Geschichten aus Amerika und vor allem aus Las Vegas. Die Stadt bleibt für Francis ein Traum, den er aber bis zuletzt nicht los wird. Alles in allem, gut. Von Benedict Wells werden wir noch viel hören.

 

Milchgeld
Volker Klüpfel, Michael Kobr, verlag Piper
Man hat das zweifelhafte Gefühl, dass diese Art folkloristischer Krimis – in diesem Fall das beschauliche Allgäu – von den örtlichen Fremdenverkehrsämtern vorfinanziert werden.  Diese ländlichen Idyllen müssen doch irgendwelche Schatten haben, aus denen sich ein Krimi basteln lässt. In die heutige Zeit passen da Milcherzeugnis, Käsewirtschaft, EU – Bürokratenversagen, Geldgier und Familienzwiste. Ach ja, dann gibt es noch den scheinbar trotteligen Kluftinger, ein Kommissar wie sein Name schon sagt, liebenswert aber fast lebensunfähig wenn es mal darum geht „Kluftinger allein zu Haus“. Denn seine Frau ist ohne ihn nach Mallorca. Ach ja, alles sehr süß. Es gibt auch Morde, ist klar – denn Milchwirtschaft und Lebensmittelchemie ergänzen sich insofern, dass man Käse immer schneller reifen lassen kann – bis es dann zu einer Umkehr kommt. Weil so ein Käse auch nicht alles mit sich machen lässt.  Fazit: wenn man mal wirklich nichts anderes zu lesen hat und sich per Buch durch die vermeintliche Postkartenidylle schippern lassen will, nur zu.

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